Demenz erkennen und Hörbehinderung mitdenken

Blick von hinten auf einen voll besetzten Vortragssaal mit vielen sitzenden Personen. Im Vordergrund ist eine große Leinwand zu sehen, auf der eine Präsentationsfolie mit dem Titel 'Demenz in unterschiedlichen Lebensphasen' angezeigt wird. Zwei Personen stehen auf der Bühne links neben der Leinwand. Die Decke ist mit geometrischen, weißen Elementen gestaltet. Die Wände sind holzvertäfelt.
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Im Oktober war ich beim 11. Bayerischen Fachtag Demenz. Wie schon in den vergangenen Jahren habe ich dabei viele spannende Impulse und Anregungen mitgenommen.

Besonders gefreut hat mich, dass das Thema Hörverlust bzw. Hörbehinderung zunehmend Raum in der Diskussion um Demenz, Prävention und Früherkennung bekommt. Für uns als SHS ist das ein wichtiger Schritt, denn beide Themen begegnen uns in Beratung und Begleitung immer wieder.

Gleichzeitig beschäftigt mich eine Frage:
Wird Hörbehinderung bei der Demenz-Früherkennung ausreichend mitgedacht?

Viele gängige kognitive Screeningverfahren (z.B. MMST, DemTect, MoCA) enthalten auditive Aufgaben. Für Menschen mit Hörbehinderung kann das eine Barriere sein. Eine auffällige Testleistung muss schließlich nicht automatisch auf eine kognitive Einschränkung hindeuten. Gerade bei einer Hörbehinderung muss berücksichtigt werden, ob die Aufgaben unter geeigneten kommunikativen Bedingungen verstanden und bearbeitet werden konnten.

Menschen mit Hörbehinderung brauchen auch bei Prävention, Beratung und Diagnostik einen gleichberechtigten Zugang. Dafür müssen mögliche Barrieren erkannt und geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Neben den fachlichen Impulsen habe ich mich sehr über den persönlichen Austausch gefreut, unter anderem mit der Altenheimseelsorge der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und dem Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung im Bezirk Mittelfranken. Der Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll unterschiedliche Perspektiven aus Seelsorge, Fachpraxis und Inklusionsarbeit gerade beim Thema Demenz sind.

Ein Beitrag von Isabellé Klemm, Sozialpädagogin bei der SHS