Schwerhörigkeit, Depressionen und Demenz im Alter

Grafik mit der Überschrift „Schwerhörigkeit, Demenz und Depression im Alter“. Darunter ist auf weißem Hintergrund der Umriss eines menschlichen Kopfes im Profil zu sehen. Im Inneren verlaufen mehrere ineinander verschlungene, bunte Drähte in Rot, Gelb, Grün und Blau, die an ein Geduldsspiel erinnern.
Bildrechte KI-generiert

Zum Abschluss der bundesweiten Aktionswoche „Seelische Gesundheit“ haben wir als Schwerhörigenseelsorge unseren HörMomente-Abend am 20. Oktober mit einem Vortrag der EFL Nürnberg gestaltet.

Im Mittelpunkt standen Schwerhörigkeit, Depressionen und Demenz im Alter. 

Dabei wurde deutlich, wie eng körperliche, seelische und soziale Gesundheit miteinander verbunden sind und wie wichtig es ist, Menschen in schwierigen Lebenssituationen verständnisvoll zu begleiten.

Wenn Hören zur Herausforderung wird

Schwerhörigkeit kann den Alltag und die seelische Gesundheit erheblich beeinflussen. Anstrengende Gespräche, Missverständnisse und Konflikte können zu Rückzug und Einsamkeit führen. Besonders in gemischthörenden Familien und Partnerschaften erleben wir solche Herausforderungen auch in unserer Beratungs- und Begleitungsarbeit.Dabei brauchen nicht nur Menschen mit Hörbehinderung, sondern auch ihre Angehörigen Verständnis, Unterstützung und manchmal einfach jemanden, der ihnen zuhört.

Hinschauen, zuhören und Hilfe finden

Die beiden Referierenden machten deutlich, wie sinnvoll es ist, sich bereits im Vorfeld mit den verschiedenen Möglichkeiten und deren Abläufen vertraut zu machen. Denn im Ernstfall ist es wichtig, zu wissen, welche Hilfsangebote zur Verfügung stehen und wie diese genutzt werden können.

Neben der seelischen Gesundheit ging es auch um ganz praktische Fragen: Wie kann ein Mensch mit Hörbehinderung im Notfall Hilfe rufen? Was kann eine lautsprachlich orientierte Person beim Notruf 112 sagen, wenn sie die Rückfragen am Telefon aufgrund der Hörbehinderung nicht ausreichend versteht? 

Der Raum war voll besetzt. Immer wieder nickten die Teilnehmenden, darunter Menschen mit Hörbehinderung und Angehörige, den Ausführungen zustimmend zu. Es wurde spürbar, dass viele der angesprochenen Themen an eigene Erfahrungen anknüpften.
Eine Präsentation, eine induktive Höranlage und automatische Live-Transkription unterstützten die barrierefreie Teilnahme. Im Anschluss gab es außerdem Gelegenheit, persönlich mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen.

Zuhören. Verstehen. Dasein.

Der Themenabend hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig spezialisierte Seelsorge wie die Schwerhörigenseelsorge ist. Menschen mit Hörbehinderung und ihre Angehörigen begegnen bei der Suche nach Unterstützung oft zusätzlichen Hürden. Fehlende Barrierefreiheit und mangelndes Wissen über ihre Lebenssituation können den Zugang zu allgemeinen Beratungsangeboten erschweren und Berührungsängste verstärken. Umso wichtiger sind Anlaufstellen, die diese besonderen Bedürfnisse berücksichtigen und bei Bedarf weitere Unterstützung vermitteln.

Mit schweren Gedanken muss niemand allein bleiben. 

Unser herzlicher Dank gilt den beiden Referierenden der EFL Nürnberg für den verständlichen Vortrag, die praktischen Anregungen und die wertvollen Impulse zum Abschluss der Woche der Seelischen Gesundheit.


Kontakt zur EFL Nürnberg

Die EFL Nürnberg bietet psychologische Beratung für gehörlose, schwerhörige und CI-versorgte Menschen sowie ihre Angehörigen mit Wohnsitz in Bayern an. Sie unterstützt bei Ehe-, Partnerschafts-, Familien- und Lebensfragen und berücksichtigt dabei die individuellen Kommunikationsbedürfnisse. Beratungen können auch in DGS und mit induktiver Höranlage durchgeführt werden!

E-Mail: efl.nuernberg@erzbistum-bamberg.de
SMS: 0157 56106687
Anschrift: Heideloffstraße 21-25, 90478 Nürnberg 
Homepage: Psychologische Beratung Erzbistum Bamberg - Beratung für Menschen mit Hörbehinderung, Gehörlose, Schwerhörige, Angehörige